Über das Wesen des Fan-Seins

Aktuelles und Vergangenes aus seinem Leben und seiner Musik
gooseman
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Re: Über das Wesen des Fan-Seins

Beitrag von gooseman »

Und die Entgleisungs-Theorie stimmt doch auch nicht. Natürlich entgleist jeder mal (wegen mir auch 1000 fach). Aber dafür muss man dann eben Verantwortung übernehmen. Ist manchmal schwer, aber so what! Aber sich zum Pseudo-Experten bei Themen aufzuspielen, von denen man Null Ahnung hat, das ist keine Entgleisung, das ist Anmaßung! Und in dem Fall einer Pandemie sogar gefährliche Anmaßung. Und klar, wir können im NACHHINEIN jeder Maßnahme, jeden Expertensatz kritisieren. Das ist aber nichts anderes als Klugscheißerei von dämlichen Deppen (da schließe ich mich mit ein, denn auch ich habe von Viren und Epidemien keine Ahnung).
frank
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Re: Über das Wesen des Fan-Seins

Beitrag von frank »

Und ob das eine Frage der Weltanschauung ist!

Ob ich Steuern zahle, ist z.B. keine Frage der Weltanschauung, weil es nämlich Gesetz ist. Aber wenn ein Staat nicht den Mumm hat, Impfungen zur Pflicht zu machen, dann wird das eben zu einer Frage moralischer Standpunkte. Dann wird das eben im Volk ausdiskutiert und dann rennen die einen in die eine Richtung und die anderen in die andere. Jeder findet Argumente für seinen Standpunkt und am Ende herrscht blankes Unverständnis und der Hass greift um sich. Sieht man ja hier.

Und aus dieser Spirale kommt man nur heraus, wenn man die Meinung des anderen einfach mal wieder toleriert. Aber stattdessen wird hier immer weiter eskaliert. Dass diese Seite nun keine Fan-Seite mehr sein will, ist der beste Beweis.

Der Webmaster von Clapton.de, der jahrzehntelangen Nummer eins-Adresse von deutschsprachigen Clapton-Fans, entzieht Eric Clapton die Anerkennung, weil er nicht mit seiner Meinung in puncto Corona-Bekämpfung übereinstimmt! Also wenn mir das einer vor 5 Jahren vorausgesagt hätte, ich hätte es nicht glauben können. How far did we come!?

Aber: Wir können immer noch umkehren.

LG
Frank
Webmaster
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Re: Über das Wesen des Fan-Seins

Beitrag von Webmaster »

Hey Leute,

ich setze einen drauf: Mister Clapton kann froh sein, dass er in dieser Community gesichtswahrend davon gekommen ist. Ich hätte meine Position auch ungefiltert darstellen können: Wie vielen Menschen Mister Clapton mit seinen Tiraden einen Schlag ins Gesicht verpasst hat, wie seine unfassbare Arroganz und Selbstanmaßung zahlreiche Menschen beleidigt hat, die an und mit Covid19 schwer erkankt oder gestorben sind, und - darüber hinaus - wie Mister Clapton mit gefährlichen Aussagen die Spaltung der Gesellschaft vorangetrieben und die Gesundheit zahlreicher Menschen aufs Spiel gesetzt hat. Er weiß um seine öffentliche Wirkung und er hat sie mehrfach bewusst missbraucht. Wer einen faschistischen Polzeistaat besingt und zur Unruhe anstiftet, der erntet nicht nur Kopfschütteln in der Hinterkammer, sondern gehört eigentlich wegen Volksverhetzung angezeigt.

EC hat über Jahrzehnte geniale Musik gemacht, als Mensch ist er für mich und für viele andere mittlerweile jedoch untragbar geworden. Ein "Fan-Sein", dass ja eine gewisse Hingabe an die Person beinhaltet, ist vor dem Hintergrund einfach undenkbar. Das kritische Forum ist daher ein Minimalkonsens, das seinem großartigen musikalischen Erbe gerecht wird und dennoch ihn als Person nicht unhinterfragt stehen lässt.

Und hier hat Franks Meinung, die ich respektiere, seinen Platz.
So wie alle anderen auch.
Selbstverständlich.

Ich freue mich auf weitere Diskussionen.
Ohne Eskalation und Hass, aber hart in der Sache.

Viele Grüße sendet Euch
Webbi
gooseman
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Re: Über das Wesen des Fan-Seins

Beitrag von gooseman »

@Webmaster: Klasse!!!

@Frank: Welche Meinungen? Wieso sollte man Meinungen austauschen, wenn wir ein offensichtlich medizinisches Problem haben? Da geht es doch nicht um Meinungen, sondern um Schadensminderung. Und ja, kontroverse Diskussionen der Spezialisten immer gerne (am besten aber hinter verschlossenen Türen). Aber doch nicht von fachfremden Laien, schon gar nicht, wenn die auch noch prominent sind.
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luisa_musika
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Re: Über das Wesen des Fan-Seins

Beitrag von luisa_musika »

Hi Claptomanen,
Ich verfolge seit Anfang der 70ziger das musikalische Werden von Eric. Angefixt wurde ich von einem Hardcore-Clapton Fan. Weil Eric gesoffen hat, hat auch mein Bekannter gesoffen. :shock: Damals kam auch gerade die "No Reason To Cry" raus. Ein Cover sagt mehr als tausend Worte.
Nein so weit würde ich auch als alter Fan nicht gehen. Weder damals geschweige denn heute.
Ich unterscheide zwischen dem Menschen und dem Musiker Clapton. Primär sehe und folge ich dem Musiker Clapton. Sekundär interessiert mich auch der Mensch Clapton, aber das aus der Distanz. Hier bilde ich mir meine eigene Meinung zu seiner Einstellung zum Leben. Seine Biographie habe ich mir ja auch reingezogen.
Als Musiker Clapton begebe ich mich gerne in Eric's Hände, dabei ist es mir aber als Fan doch erlaubt Kritik an seiner Musik / Alben zu üben. Zumal er dafür an seinen Fans ja auch verdient! Er verkauft ein Produkt "Musik" und seine Fans entscheiden ob's gefällt oder nicht. Grundsätzlich mal hat's ja auch für viele Ferrari und Porsche gereicht. Also ist er erfolgreich auch wenn es genug "grottige" Alben gibt.
Der Mensch Clapton ist auch ein Produkt seiner Erziehung / Umgebung die ihn prägt / geprägt hat. Und auch er verändert sich.
Ich persönlich kann weder mit Fuchsjagdt oder Rassismus etwas anfangen. Und er entwickelte sich zum "Querdenker" in Sachen Corona. Nun gut - aber ich muss ihm nicht folgen. Da bin ich auch als Fan doch genug eigenständig. Und selbstverständlich darf ich ihn als Fan / Nicht Fan dafür kritisieren.
Und würde er seinen Musikstil dergestallt ändern das ich damit nichts mehr anfangen könnte - dann halt "Good Bye"und live long and prosper.

Beispiel Gary Moore - mit dem Blues haben sich viele seiner Fans zurückgezogen.

Fan sein ist toll, aber Eric's Stil / Character / what ever muss ich wirklich nicht annehmen! Das überlasse ich gerne Hardcore-Fans.

Gruß an alle und gesund bleiben.

Wird Zeit das in der Ukraine wieder Frieden herrscht. Good Luck Ukraine!
frank
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Re: Über das Wesen des Fan-Seins

Beitrag von frank »

Webbis Antwort bestätigt zwar meine Vermutung, dass es sich hier eher um einen persönlichen Feldzug gegen EC handelt, doch leider ist sie so polemisch formuliert, dass man kaum antworten kann.

Hier werden hochemotionale Bilder bedient, die meines Erachtens mit der Wahrheit wenig zu tun haben. Das beginnt schon mit den Tiraden, die „ein Schlag ins Gesicht“ mancher Menschen sind. Eine Tirade ist eine Tirade. Und ein Schlag ins Gesicht ist ein Schlag ins Gesicht. Der Unterschied sollte klar sein. Er wird aber aufgehoben, um diesen gewissen emotionalen Spin reinzubringen, der jeden Menschen, der um einen rationalen Austausch bemüht ist, gleich von Anfang an ins moralische Aus bugsiert. Wer den Opfern nicht ausreichend huldigt, der steht eh schon mal auf der falschen Seite.

„Unfassbare Arroganz“: Was meinst Du? Ich habe in all den Videos nur einen verunsicherten älteren Herren gesehen. „Gefährliche Aussagen?“: Weil er sich über seine Nebenwirkungen beklagt hat? „Die Gesundheit zahlreicher Menschen aufs Spiel gesetzt?“ Weil Du annimmst, dass es Menschen geben könnte, die ihn mit einem Impfexperten verwechseln? Ich hab mich doch auch drei Mal impfen lassen, obwohl sich mein großes Idol EC skeptisch geäußert hat… „Er weiß um seine öffentliche Wirkung“: Ich würde sagen, dass er es nicht weiß. Aber gut: Wir wissen es beide nicht… „Bewusst missbraucht“: Seufz… „Wer einen faschistischen Polizeistaat besingt“… Also wenn schon, dann war er GEGEN einen faschistischen Polizeistaat, aber ich zweifle eh langsam, ob wir 2 die gleiche Quellengrundlage haben… Hab ich irgendwas verpasst?

Vielleicht gibt es ja tatsächlich dieses eine mir unbekannte Interview, in dem er Opfer verhöhnt und Corona leugnet, um bewusst die Spaltung der Gesellschaft voranzutreiben, weil er als heimlicher Präsident aller Querdenker eine neue Weltordnung anstrebt, in der es nur noch erlaubt ist, Eric Clapton zu hören? Dann würde das alles Sinn machen. Aber da es höchst unwahrscheinlich ist, dass mir das durch die Lappen ging, bleibe ich dabei: Er fand’s halt einfach scheiße, dass er die Impfung nicht gut vertragen hat und dass er zum ersten Mal in seinem Leben nicht tun konnte, was er am liebsten tut. Mit so einer Einmischung in den Lifestyle, kommen manche eben weniger gut klar. Das haben viele Superstars sicher ähnlich empfunden, nur können viele eben die Empörungsmechanismen dieser Zeit besser einschätzen als ein fast 80-jähriger. Darin liegt eine besondere Tragik. Und deshalb tut er mir in diesem Punkt auch leid. It must be love… ;-)

LG
Frank
Louisblues
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Re: Über das Wesen des Fan-Seins

Beitrag von Louisblues »

Moin,
bei der ganzen Kritik hier im Forum an Eric Clapton wird eins übersehen. Es ist alles viel schlimmer. Seine Impfschwurbeleien sind eine Sache, was ich aber viel schlimmer finde, ist, dass er sich neulich mit Gregg Abbot, Gouverneur von Texas, einem Rassisten, Fauenfeid, Schwulenfeind und Trump Steigbügelhalter strahlend fotografieren ließ. Seriöse Medien in den USA halten Abbott für reaktionärer und radikaler als Donald Trump.
https://www.rollingstone.com/wp-content ... abbott.jpg
Quelle: https://www.rollingstone.com/music/musi ... s-1239027/
Im Übrigen empfehle ich die Lektüre des gesamten Artikels.

Da schließt sich für mich ein Kreis mit seinen Äußerungen am 05.08.1976 auf der Bühne des Odeon in Birmingham:
"I used to be into dope, now I'm into racism," he slurred. "It's much heavier, man. Fucking wogs, man. Fucking Saudis taking over London. Bastard wogs. Britain is becoming overcrowded and Enoch will stop it and send them all back. The black wogs and coons and Arabs and fucking Jamaicans don't belong here, we don't want them here. This is England, this is a white country, we don't want any black wogs and coons living here… Enoch for Prime Minister! Throw the wogs out! Keep Britain white!"
Quelle: https://thequietus.com/articles/20701-e ... -morrissey
Später rechtfertigt er sich damit, er sei betrunken und es sei ein Scherz gewesen. Ha... ha... ich lach mich tot.

Dafür hat Eric Clapton nicht nur Kritik sondern Verachtung verdient.

Seit ich dieses Bild gesehen habe, schäme ich mich dafür, dass ich das seinerzeit einfach so abgetan und vergessen habe. Ich wollte es wohl einfach nicht sehen. War halt bequemer so.

Gruß
Louisblues
"I'm too old for this shit" (Leathal Weapon)
frank
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Re: Über das Wesen des Fan-Seins

Beitrag von frank »

Da siehst Du es, lieber Webbi, wohin es führt, wenn Du die Spirale des Hasses immer weiter drehst und drehen lässt. Es wäre Deine Verantwortung, dafür zu sorgen, dass die Dinge hier nicht ständig weiter eskalieren. Aber wenn selbst Du so polemisierst, dann denken natürlich jetzt alle, dass alles erlaubt ist. Aber das ist es nicht! Es ist zutiefst unmenschlich, wenn einem immer wieder Dinge zur Last gelegt werden, die 46 Jahre zurück liegen und für die man sich schon x-mal gerechtfertigt und entschuldigt hat. Und was diesen Greg Abbott betrifft: Der ist m.W. Gouverneur von Texas. Da fand das Konzert statt. Das ist ein Akt der Höflichkeit, ein Foto mit dem höchsten Repräsentanten des Bundesstaates zu gestatten. EC hat sich x-Mal gegen Trump positioniert.

Grüße
Frank
Louisblues
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Re: Über das Wesen des Fan-Seins

Beitrag von Louisblues »

Gelöscht!
Ich hab's mir anders überlegt. Habe keine Lust, mit jemandem zu diskutieren der Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Schwulenhass relativiert.
Ich bin dann Mal wech...
Zuletzt geändert von Louisblues am Di 19. Apr 2022, 22:06, insgesamt 1-mal geändert.
"I'm too old for this shit" (Leathal Weapon)
frank
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Re: Über das Wesen des Fan-Seins

Beitrag von frank »

“Rassist”, “Frauenfeind”, “Schwulenhasser”…

Geht’s eigentlich auch mal ne Nummer kleiner? Ich hab mir vorhin Deine diversen Postings durchgelesen - nach 2019, vor 2019. Vor 2019 warst Du relativ locker drauf und hast auch mal Verantwortung für die gute Stimmung hier übernommen. Aber seit geraumer Zeit bist Du hier offensichtlich nur noch auf Deiner verbissenen Mission. Schade. Ich hoffe, Du findest zurück zu Deiner alten Form.

LG
Frank
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