Über das Wesen des Fan-Seins

Aktuelles und Vergangenes aus seinem Leben und seiner Musik
frank
Beiträge: 114
Registriert: Mo 16. Jan 2012, 12:21

Über das Wesen des Fan-Seins

Beitrag von frank »

Eric Clapton hat während der Corona-Pandemie sehr viele Fans verloren. Seine mehrfachen Entgleisungen zum Thema Impfung und zum Thema Gesundheitsmaßnahmen haben bei uns Betreiber:innen der Plattform viele Irritationen und Enttäuschungen ausgelöst. Die meisten Mitstreiter:innen des Forums distanzieren sich ausdrücklich von Claptons Äußerungen und den dazu gehörigen Musikprojekten während der Pandemie. Dadurch, dass er auch auf musikalischer Ebene das Thema offensiv angegangen ist (siehe z.B. den Song "Stand and Deliver", wo Clapton vom "Sklaven" spricht, der sich den Pandemie-Maßnahmen ergibt), ist eine Trennung von Mensch und musikalischem Werk schwierig. Das Projekt Clapton.de läuft daher nicht mehr als klassische "Fan-Page". Die Website wird nun als kritisches Forum weiterlaufen und hier freuen wir uns auch in Zukunft auf zahlreiche, kontroverse Beiträge!
Lieber Thomas, liebe Mitlesende,

durch Zufall bin ich nun auf diese neue Präambel gestoßen, die ich inhaltlich nicht im geringsten teile, die aber einiges hier ändern will... Na gut, über Corona haben wir viel diskutiert. Was mir aber schon zu denken gibt, ist dieses generelle Abrücken von EC. Die Seite will nun keine "Fan-Seite" mehr sein, dabei würde ich mal unterstellen, dass unser Webmaster mal ein Riesenfan war. Was ist da passiert?

Meine These: Dadurch das man viel zu viel über jeden Star heute weiß, ist es generell sehr schwer geworden "Fan" zu sein. Bezogen auf EC bedeutet das: Wir haben heute ein so konkretes Bild von Eric Clapton, dass er nicht mehr als Projektionsfläche für unsere verliebten Vorstellungen taugt. Ich denke nicht, dass er sich verändert hat. Verändert hat sich - durch das Internet - nur die Menge dessen, was wir über ihn wissen. Das ist ein bisschen wie in einer langen Beziehung. Irgendwann holt einen die Realität ein und man erkennt, dass der andere Mensch eher eine Projektionsfläche der eigenen Sehnsüchte war. Dann beginnt in der Regel das, was man Beziehung nennt. Und wenn man Glück hat und sich entsprechend Mühe gibt, wird aus Verliebtsein Liebe.

Und genau das ist es, was ich hier in den vergangen 2 Jahren ein bisschen vermisse. Manche picken sich ein paar schräge Aussagen heraus, denen man eben zustimmen kann oder auch nicht, und stellen sie als das große Ganze dar. Betrachtet man das Lebenswerk von EC dann ist das, was manche hier so verachtenswert finden, einfach nur ein minimaler Ausschnitt.

Ich finde, wir müssen zurück kommen zu dem, weshalb wir uns alle mal verliebt haben. Eine Liebe in die Tonne zu klopfen, weil der andere eine abweichende Meinung zum Thema Corona-Maßnahmen hat, ist drei Stufen zu heavy. Außerdem schaden wir nicht ihm mit dieser black magic, sondern nur uns selbst.

LG
Frank
Louisblues
Beiträge: 104
Registriert: So 8. Jan 2012, 14:14

Re: Über das Wesen des Fan-Seins

Beitrag von Louisblues »

frank hat geschrieben:Bezogen auf EC bedeutet das: Wir haben heute ein so konkretes Bild von Eric Clapton, dass er nicht mehr als Projektionsfläche für unsere verliebten Vorstellungen taugt.
Genau!
frank hat geschrieben:Ich denke nicht, dass er sich verändert hat.
Umso schlimmer, wenn er immer so war. Dann habe ich mich lange Jahre täuschen lassen. Meine Schuld. Ich hätte ja besser hinschauen können. Aber das passiert, wenn einem die Hormone des Verliebtseins die Sinne vernebeln.
frank hat geschrieben:Verändert hat sich - durch das Internet - nur die Menge dessen, was wir über ihn wissen. Das ist ein bisschen wie in einer langen Beziehung. Irgendwann holt einen die Realität ein und man erkennt, dass der andere Mensch eher eine Projektionsfläche der eigenen Sehnsüchte war.
Das schmerzt meistens sehr. Vor allem, wenn man erkennt, dass man diese Realität mit den eigenen Vorstellungen nicht vereinbaren kann.
frank hat geschrieben:Dann beginnt in der Regel das, was man Beziehung nennt. Und wenn man Glück hat und sich entsprechend Mühe gibt, wird aus Verliebtsein Liebe.
Oder man trennt sich!

Gruß
Louisblues
"I'm too old for this shit" (Leathal Weapon)
Benutzeravatar
smile07ec
Beiträge: 1019
Registriert: Mo 31. Dez 2012, 19:24
Wohnort: bei Nürnberg

Re: Über das Wesen des Fan-Seins

Beitrag von smile07ec »

Frank, das Thema hier in diesem Thread hast Du als "Über das Wesen des Fan-Seins" gewählt.

Ok, hier mal, wie ich mein persönliches Fan-Sein-Wesen sehe - und zwar nicht nur explizit EC betreffend, sondern generell.

Ich beginne mein "Fan-sein" in der Regel durch Faszination für einen Künstler. Bei EC war es diese ruhige und in sich versunkene Art, wie er da 2008 in München vor mir auf der Bühne stand. Vorher kannte ich einige seiner Hits - klar! Aber viel mehr war da nicht. Das Ticket übernahm ich eher halbherzig von einer Bekannten, die nicht zum Konzert konnte und das Ticket auch so kurzfristig nicht mehr losbekam. Aber nach diesem Abend auf dem Münchner Königsplatz war ich fasziniert von dem da oben mit der Gitarre in der Hand, obwohl er mit abfälliger Geste Richtung Publikum und ohne Gruß von der Bühne ging. Ich wollte die Songs, die ich bis dato kannte (es waren nicht sonderlich viele) nicht mehr in den CD-Versionen hören, sondern genau so wie an diesem Abend. Mommer, ein früheres Forumsmitglied hier, saß neben mir und erzählte mir von diesem Forum. Ich meldete mich an, aber ehrlich gesagt ging es mir hier zu heftig und zu "unter der Gürtellinie" zu und ich distanzierte mich wieder, ohne eigentlich richtig dabeigewesen zu sein.

Dann kam 2012 mein 50. Geburtstag und ich bekam von meiner Familie Geld, um mir endlich mal eine Reise nach London gönnen zu können. Ich buchte für Mai 2013 und erfuhr auf der Suche nach Events in diesem Zeitraum von ECs 50jährigem Bühnenjubiläum in der RAH. Klar - ausverkauft! Also nochmal rein ins inzwischen neue Forum und meine Silvesteranfrage nach nem Ticket fruchtete. Slowhandbernd verkaufte mir eines seiner Tickets und führte mich quasi in die Gruppe ein. Schön war's im Regency mit Euch nach dem Konzert! Ich war nicht mehr ganz so fremd hier, hatte Gesichter vor mir und blieb.

Ab da interessierte ich mich natürlich intensiver für EC. Ich wollte mehr über ihn erfahren, mehr von ihm hören, mich austauschen und lernen, weil er mich eben irgendwie faszinierte und beschäftigte. Ich habe dazugelernt, bin allerdings immer noch gewissermaßen ein Greenhorn hier. Finde ich aber nicht sonderlich schlimm. Denn Fan-sein heißt für mich nicht, alles von dem Künstler zu wissen oder gutzuheißen. Es ist das Interesse an ihm, das einen Fan ausmacht. Es ist die Bereitschaft, sich mit ihm auseinanderzusetzen - auch kritisch!!!

Ich vergleiche Fan-sein mit Freundschaft und auch die ist nicht immer einfach, bzw. sie sollte das auch niemals sein. Wenn ein Freund Handlungen oder Aussagen trifft, dann sind das seine Aussagen/Handlungen. Ich muss damit nicht einverstanden sein und sie auch nicht tolerieren. Ein Freund nimmt den Freund zur Seite und redet Klartext. Freundschaft/Fan-sein sollte niemals als Grundsatz haben, immer und jederzeit einer Meinung zu sein. Ein Freund/Fan sollte nichts vorgaukeln, kann aber trotzdem versuchen, wieder auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Ist da keiner mehr zu finden, dann steht eine Entscheidung an. Warten und hoffen, oder trennen. Das ist eine schwierige Entscheidung und sie braucht auch Zeit, bzw. die Beobachtung der Weiterentwicklung. Lohnt es sich, daran festzuhalten? Ist von dieser Faszination des Beginns noch genug übrig, um überhaupt bereit zu sein, eine evtl. Weiterentwicklung abzuwarten?

Ist schon richtig, dass Fan-sein so ne Art Beziehungsgeschichte ist. Aber sorry - Liebe ist was anderes! Ein Künstler ist ein Mensch, den ich in der Regel persönlich überhaupt nicht kenne. Der kann mir einiges bedeuten und auch einiges geben, aber letztendlich ist es ein Fremder, dessen Kunst mich fasziniert. Nicht mehr und nicht weniger. Ich differenziere auch nicht zwischen Kunst und Mensch. Passt beim Menschlichen was nicht, stößt mir die Kunst sauer auf. Da ist mir auch ein etwaiges "Lebenswerk" egal. Ich entscheide höchstens anhand dieses "Lebenswerks", ob ich bereit bin, Entwicklungen abzuwarten, oder sofort nen Schlussstrich zu ziehen. Dass ich hier immer noch nicht raus bin und auch noch ein Konzertticket besitze zeigt, dass ich bei EC dieses "Lebenswerk" sehr wohl im Auge habe - aber das ist kein Freibrief, sondern ausschließlich eine Chance, die ich ihm noch einräume.

LG Petra
Ich denke, ich muss nach vorn gehen - wo ich noch niemals gewesen bin. Anstatt zurück, wo ich war. Winnie, The Pooh
Benutzeravatar
LesPaul
Beiträge: 357
Registriert: Do 5. Jan 2012, 00:50
Wohnort: München

Re: Über das Wesen des Fan-Seins

Beitrag von LesPaul »

Grundsätzlich gut, diese Diskussion. Ich finde, ein Fan muss nicht die rosarote Brille tragen. Man kann Fan seine, ohne seinem Idol alles zu verzeihen oder alles verstehen. Daher verstehe ich nicht, dass diese Seite keine „klassische Fanpage“ sein will ?!
Grundsätzlich stimme ich mit Frank überein. Mit der Ausnahme, dass ich ECs Verfehlungen nicht nur als kleine Ausrutscher ansehe, ich finde das schon heftig, was er da öffentlich geäußert hat.
Aber ich versuche das auch nachzuvollziehen, verstehen kann ich es nicht. Als Künstler hält er die Maßnahmen für überzogen, fühlt sich von der Regierung gemaßregelt. Seine Impfreaktionen waren extrem, Grund war vermutlich seine Vorgeschichte.
Nochmal: versuche nachzuvollziehen, verstehen kann ich es nicht!
Dennoch trenne ich sehr wohl zwischen diesen Äußerungen und dem, was mir seine Musik bedeutet.
Ich höre Clapton seit 46 Jahren. Da habe ich die ersten Platten gehört. Er hat mich mit Unterbrechungen mein Leben lang begleitet. Es gibt auch noch andere Bands oder Musiker, die diesen Stellenwert bei mir haben. Das ist etwas unglaublich wertvolles und schönes, nicht vergleichbar mit Liebe oder Freundschaft, einfach anders.
Fan sein klingt irgendwie komisch, habe dem nie einen Namen geben müssen, es ist so, wie ich es fühle. Das verändert sich natürlich auch, ich höre ja nicht täglich Clapton Musik. Aber einfach immer wieder. Und wenn das mal auf natürliche Art und Weise abnimmt oder aufhört, dann ist das auch so.
Daran werden seine Äußerungen nichts ändern. Die ich, wie gesagt, kritisch sehe und nicht teile.
gooseman
Beiträge: 431
Registriert: Mo 12. Nov 2012, 09:53

Re: Über das Wesen des Fan-Seins

Beitrag von gooseman »

Seine frühen Platten waren wegweisend. Die in den Siebzigern erfolgreich und immerhin noch interessant. Mit seinen Achtziger Werken kann ich nichts anfangen und die Neunziger waren teilweise wieder toll. Seit 2000 langweilt er mich nur noch musikalisch. Dennoch habe ich immer gerne Konzerte besucht. Und ich habe ihn oft gesehen. Irgendwann (es war das letzte Konzert 2013 in Köln) habe ich mich auch live mehr gelangweilt, als das es mich begeistert hätte. Irgendwer hat es hier mal als Autopilot bezeichnet.
Nun gut, das ist mein Geschmack. Das muss niemand teilen.

Und dann wurde die Welt aufgrund einer sehr unsicheren Situation zum Durchatmen gezwungen. Zig Experten haben jeden Tag überall auf der Welt gebetsmühlenartig erklärt, was da auf uns zu kam/kommt. Es herrschte wirklich eine weltweite Einigkeit unter den Experten, die man selten gesehen hat. Da kann ich als kleiner Bürger mich nur fügen. Alles andere wäre nicht nur unverantwortlich, sondern auch irgendwie blöd. Aber irgendwie produzieren solche Krisen auch immer seltsame Gegenspieler. Die sind zwar keine Experten, sind aber dagegen. Und kapern auch noch das schöne Wort Querdenker. Und dann höre und sehe ich, dass auch Herr C. eine ganz spezielle Meinung zu dem Thema hat. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ein EC sich als Virologe oder Schutzmaßnahmenexperte sieht. Schon gar nicht als Impfstoffexperte. Zu manchen Dingen hätte er einfach seine Klappe halten sollen. Ich habe in dieser Zeit keine Aussage von ihm gehört, die irgendwen irgendwie weitergebracht hätte. Im Gegenteil, er hat sich mit zwielichtigen Gestalten getroffen, zwielichtige NGO's unterstützt und seltsamste Aussagen in Songs gepackt. So was brauche ich persönlich nicht. Und insofern rückt auch die Musik von mir weg. Auch den von mir - sehr geschätzten Van Morrison - kann ich nicht mehr hören. Die haben sich für mich einfach ins Abseits geschoben. Nötig war das nicht. Gebracht hat es - unterm Strich - auch nichts.
Benutzeravatar
smile07ec
Beiträge: 1019
Registriert: Mo 31. Dez 2012, 19:24
Wohnort: bei Nürnberg

Re: Über das Wesen des Fan-Seins

Beitrag von smile07ec »

@LesPaul - Das ist doch ok, dass Dir seine Musik so wichtig ist, dass Du damit auch klarkommst trotz seiner Eskapaden, die Du ja auch nicht verstehst.

Dass Webbi dieses Forum nun in der "Überschrift" nicht mehr als klassische Fan-Page sehen will verstehe ich wie folgt:
EC ist und bleibt ein beachtenswerter Teil dieser Plattform, aber durch seine - für sehr viele hier nicht mehr nachvollziehbaren - Eskapaden/Aussagen muss irgendwie klargemacht werden, dass dies hier kein Ort ist, an dem dem Meister ohne Wenn und Aber gehuldigt wird. Es muss klar sein, dass auch Dinge angesprochen und nicht akzeptiert werden, die EC von sich gibt. Er ist nicht der einzig existierende geniale Musiker hier auf Erden und es sollte erlaubt sein, ihn auch kritisieren zu dürfen. Dies natürlich in angemessenem respektvollen Tonfall. Ich denke, diese Plattform wird natürlich gewissermaßen weiterhin eine EC-Plattform sein, aber es wird von Niemandem erwartet, dass er bedingungslos einem Musiker huldigt, der Fehler beging/begeht. In gewisser Weise ist das mit den Fehlern natürlich menschlich und gehört eigentlich dazu. Werden Aussagen und Handlungen zu krass, ist eine gewisse Distanzierung dringend vonnöten. Als diese "nötige Distanzierung" sehe ich diese neue Überschrift - nicht aber als Abkehr von einem an sich grandiosen Ausnahmemusiker, sondern eher als Einladung zu mehr Vielfalt.

Bitte berichtige mich, wenn ich hier falsch liege, Webbi.

@gooseman - Ja, EC und Van Morisson haben es gründlich verkackt. Für beide hatte ich Tickets und ich freute mich wie ein Kleinkind aufs Christkind auf diese Konzerte. Ich hoffte sogar bei irgendeinem Konzert der beiden auf ein Zusammentreffen - bis zu diesem leidigen "Stand and Deliver". Van live war ein Traum von mir - ausgeträumt! EC werde ich in München wohl zum letzten Mal live sehen. Vielleicht sogar mit Genuss. Wir werden sehen.

LG Petra
Ich denke, ich muss nach vorn gehen - wo ich noch niemals gewesen bin. Anstatt zurück, wo ich war. Winnie, The Pooh
frank
Beiträge: 114
Registriert: Mo 16. Jan 2012, 12:21

Re: Über das Wesen des Fan-Seins

Beitrag von frank »

Dass Webbi dieses Forum nun in der "Überschrift" nicht mehr als klassische Fan-Page sehen will verstehe ich wie folgt:
EC ist und bleibt ein beachtenswerter Teil dieser Plattform, aber durch seine - für sehr viele hier nicht mehr nachvollziehbaren - Eskapaden/Aussagen muss irgendwie klargemacht werden, dass dies hier kein Ort ist, an dem dem Meister ohne Wenn und Aber gehuldigt wird. Es muss klar sein, dass auch Dinge angesprochen und nicht akzeptiert werden, die EC von sich gibt.
So verstehe ich das nicht. Denn dieses Forum war schon immer kritisch. Hier wurde schon immer heiß diskutiert. Und ich habe EC dabei auch nie verschont. Jahrelang haben wir über immer gleiche Setlists und langweilige Studioalben gestritten… Aber jetzt geht’s schon längst nicht mehr um seine Musik, sondern darum, dass manche hier ihre Weltanschauung zum Besten geben wollen. Und weil EC diese Weltanschauung offenbar nicht teilt, wird er nun sogar vom Webbi gedisst und teilweise gecancelt.

Der Webbi kommt nicht mehr klar mit EC‘s Einstellung und meint deshalb, dass EC keine Fan-Seite mehr verdient hat. So krass will er es aber nicht ausdrücken, also behauptet er einfach mal, dass es „sehr vielen“ Fans genauso gehe. (Dazu hätte ich gerne einen empirischen Beleg.)

Der nächste Journalist, der hier vorbeischaut, glaubt dann noch diese reißerischen Behauptungen und schreibt sie brav ab. Denn wenn selbst der Ober-Fan von Clapton.de das so sieht, dann wird ja wohl was dran sein. Und so werden aus individuellen Befindlichkeiten durch Abschreiben allmählich Tatsachen…

Der Webbi schadet EC (vorsätzlich) mit dieser Präambel. Und das finde ich absolut nicht in Ordnung. EC hat uns immens viel gegeben. Man hält zusammen. Punkt.

Grüße
Frank
trablu
Beiträge: 82
Registriert: Do 5. Jan 2012, 11:40

Re: Über das Wesen des Fan-Seins

Beitrag von trablu »

Hallo Frank,

mit Deinen Unterstellungen gegenüber Webbi kann ich Dich nicht mehr ernst nehmen.

Was hälst Du davon, Dich aus diesem Forum abzumelden und Dein eigenes aufzumachen?

Titel: „Clapton_the_god.de“
Präambel:
„Dieses Forum ist ein Treffpunkt ausschließlich für wahre Clapton-Fans. Für alle, die alles ausblenden, das in irgendeiner Form seinem Ansehen schaden könnte.
Willkommen sind hier alle, die alles von Eric Clapton gut finden und jegliche Art von Kritik – ob berechtigt oder unberechtigt – als Hetze ihm und als Beleidigung sich selbst gegenüber empfinden.
Ein Wohlfühlforum zu Ehren des einzig wahren Gitarristen überhaupt“.

Du hättest den Vorteil, dass Du Dich nicht mehr über für Dich missliebige Beiträge ärgern müsstest. Und das scheinen seit geraumer Zeit ja alle Beiträge zu sein, die Clapton betreffen.
Und ich – ich kann nur für mich selbst sprechen – hätte den Vorteil, nicht mehr Deinen Mist lesen zu müssen.

Zur Klarstellung:

Ich bin ein absoluter Freund offener und ehrlicher Meinungsäußerungen, grade in Foren wie diesem.

Auf meinen ersten Beitrag überhaupt – 2010 noch im alten Forum – nach dem Clapton/Winwood-Konzert in Hamburg, hatte ich einen „Scheiße-Sturm“ sondergleichen kassiert, in dem auch meine Verbannung aus dem Forum gefordert wurde.
Bis dann Webbi öffentlich eingriff.

Ich hatte meinen Missmut über die Kürzung der Setlist um ein Lied (FOREVER MAN), das in Großbritannien noch gespielt, auf dem Kontinent dann aber gestrichen wurde und um die Umbesetzung der backing band, die nur noch aus Clapton-Musiker:innen bestand, geäußert. Nicht mehr die schmale Besetzung der New York-Konzerte.
Und ich hatte geschrieben, dass für mich VOODOO CHILE die Endtäuschung des Abends war. Weil man das Lied musikalisch nicht in den Griff bekam.

Das Album OLD SOCK hatte ich als „Schrott“ bezeichnet.
Wieder offene Ablehnung.

Das Forum hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Ort eines offenen Gedankenaustauschs gewandelt, der zweifellos zuweilen der einen und dem anderen nicht gefällt.
So bleibt ein Forum zeitgemäß und bietet einen Ort der kulturellen Kommunikation, zu dem auch Meinungsäußerungen über den Künstler selbst gehören.
Das ist selbstverständlich.

Du scheinst diesen Wandel des Forums nicht mitbekommen zu haben.
Oder Du willst ihn schlichtweg nicht akzeptieren.

trablu
frank
Beiträge: 114
Registriert: Mo 16. Jan 2012, 12:21

Re: Über das Wesen des Fan-Seins

Beitrag von frank »

Hallo zusammen,

hab noch was vergessen…

Der Webbi schreibt von ECs „mehrfachen ENTGLEISUNGEN zum Thema“… Als ich das gelesen hatte, habe ich mich gefragt, was wohl das Gleis ist, auf dem es ihm gestattet ist zu fahren. Und wer das wohl festlegt? Und ob dieses Gleis in 1, 10 oder 100 Jahren noch als das einzig wahre Gleis angesehen wird? Gab es jemals einen Künstler, dessen oberstes Ziel es war, ja nicht zu entgleisen? Ist Picasso nie entgleist? Oder B.B.King? Muddy Waters? Ist der Webbi nie entgleist? Bin ich nie entgleist? (Yes! A hundred times!) Und was wäre ein Leben wert, in dem niemand mehr ab und zu entgleisen dürfte?

Ich bin froh, dass manche Menschen ab und zu entgleisen. Das macht die Welt bunt und challenged die eigene Meinungsbildung.

Liebe Grüße
Frank
gooseman
Beiträge: 431
Registriert: Mo 12. Nov 2012, 09:53

Re: Über das Wesen des Fan-Seins

Beitrag von gooseman »

frank hat geschrieben: Mo 18. Apr 2022, 13:37
… Aber jetzt geht’s schon längst nicht mehr um seine Musik, sondern darum, dass manche hier ihre Weltanschauung zum Besten geben wollen. Und weil EC diese Weltanschauung offenbar nicht teilt, wird er nun sogar vom Webbi gedisst und teilweise gecancelt.
Nein euer Ehren! Es geht eben nicht um eine Weltanschauung. Wir reden hier auch nicht von irgendwelchen politischen oder religiösen Einstellungen. Wir reden hier von einer Pandemie und ihren notwendigen Maßnahmen. Und seit Beginn dieser Pandemie musste sich jeder einschränken. Das hat sogar freiwillig wunderbar funktioniert. Das Virus ist ein großer Mist und dabei rede ich nicht nur von verstorbenen Menschen (ich kenne genug Long Covid Geschädigte). Wir mussten alle den Arsch zusammenkneifen und Spaß gemacht hat das nicht und macht es auch nicht. Nur die ganzen Besserwisser und Weltverbesserer, die die keine Ahnung haben, aber trotzdem die Klappe aufreißen, die sind mir so dermaßen auf die Gonaden gegangen, ich könnte minütlich die Schüssel besuchen. Und Tralala ich hatte Covid im Jahr 2020. Sehr milder Verlauf. Fast keine Symptome. Da war ich dankbar für. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, das Virus im Nachhinein zu verharmlosen - frei nach dem Motto "Mir ist nix passiert, also stellt Euch nicht so an". Aber genau das passiert täglich. Immer wieder versuchen irgendwelche Pseudovirologen zu erklären, wie harmlos das alles doch ist.

Und jetzt nennst Du das "Weltanschauung"? Das ist keine Weltanschauung. Das ist gelogene Schwurbelei. Und besonders schlimm ist die Schwurbelei von Prominenten. Ich verstehe immer noch nicht, warum man eine Pfeife wie den Wendler ins Abseits stellt, einen Mr. C. aber nicht. Gut, der musikalische Output ist ein nachvollziehbares Argument. Das Gequatsche ist bei beiden sehr deckungsgleich.

Gerade die Typen, die ihre Schäfchen im Trockenen und ihren Arsch im Warmen haben, sollten die Menschen unterstützen. Und nicht aufwiegeln. Ich habe (um im Genre zu bleiben), großen Respekt vor Menschen wie Neil Young, Keith Richards oder Wolfgang Niedecken. Die haben das richtige dazu gesagt. Und da habe ich noch ne Menge anderer vergessen.
Antworten